9 Tipps für bessere Tonaufnahmen

Hallo zusammen,

heute geht es um das wichtigste in deinen Videos, den Ton. Ja richtig die Tonaufnahme ist oft wichtiger als das eigentliche Bild. Ein Zuschauer kann ein schlechtes Bild bis zu einem Gewissen grad verzeihen, doch der Ton muss immer sitzen.

Deshalb habe ich in meinem heutigen Video 9 Tipps für dich, wie du deutlich bessere Tonaufnahmen erstellen kannst. Egal welches Mikrofon und egal ob für Podcast, Youtube oder eine einfache Instagramstory das lohnt sich auf jeden Fall!

 

Mikrofone, die ich Verwende Røde NT USB*: https://bit.ly/2Z67bgl Røde Smartlav+*: https://bit.ly/2ZaWxFg Røde VideoMic GO Kit*: https://bit.ly/2Tc2MEH

Umgebung

Die Umgebung, in der du deinen Ton aufnimmst, ist das Wichtigste. Egal wie gut dein Mikrofon ist, wenn die Umgebung nicht passt, klingt der Ton einfach nicht gut. Umgekehrt heißt das jedoch auch, dass wenn du ein schlechtes Mikrofon hast, dieses unter den richtigen Gegebenheiten deutlich besser klingt.
Hierbei sollte man auf zwei Dinge achten:

Nebengeräusche entfernen

Das ist der Tod für jede Tonaufnahme. Egal ob Wind, Rauschen oder was auch immer. Egal was in diesem Moment von deiner Aufnahme ablenken könnte, es sollte entfernt werden. Das geht ganz einfach, indem man den richtigen Raum wählt. Draußen hat man oft viele Nebengeräusche dafür drinnen deutlich weniger. Zumindest lassen sie sich einfacher kontrollieren.

Bei mir ist das schlimmste immer der Lüfter vom eigenen Rechner und obwohl mein iMac leise ist, achte ich immer darauf, dass er nicht gerade zu 100% ausgelastet ist, wenn ich meine Videos filme.

Hall vermeiden

Obwohl Innenräume weniger Nebengeräusche haben, sorgen sie in vielen Fällen für Hall. Hall entsteht, wenn man viele glatte Oberflächen hat, die den Ton in dem Moment zurückwerfen. Das lässt sich recht einfach vermeiden, indem man weiches Material in den Raum bringt. Das kann etwas Einfaches sein, wie ein Sofa, doch auch Decken die man hinter die Kamera hängt, bringen sehr viel.

Wer jetzt an teure Soundpanels denkt, kann auch etwas Geld sparen, indem er sich diese einfach selbst baut. Ich habe mir für 50€ ganz einfach 6 Halldämpfer gebaut und ich bin handwerklich wirklich nicht begabt…

Wie das funktioniert findest du in diesem Video -> Halldämpfer bauen für bessere Tonaufnahmen

Umgebung testen

Wenn du wissen willst, ob der aktuelle Raum für eine Aufnahme geeignet ist, klatsch einfach mal laut in die Hände. Dann hörst du oft sofort, ob ein Hall entsteht oder nicht.

Entfernung zum Mikrofon

Die Entfernung zum Mikrofon spielt eine große bei der Qualität der Tonaufnahmen. Auch wenn nah immer besser ist, gibt es auch hier ein zu nah. Meine Empfehlung ist eine Entfernung von ca. 20-50 cm.

Dann bist du so weit entfernt, dass man dich gut verstehen kann, du jedoch keine eigenartigen Geräusche wie das Atmen oder schmatze überträgst.

Mikrofon Empfehlungen

Smartphone

Das Budget ist natürlich bei niemandem unendlich. Doch keine Sorge, du brauchst kein Mikrofon für mehrere Tausend Euro. In vielen Fällen reicht es aus, in der richtigen Umgebung, einfach das Smartphone zu nutzen. Das kannst du in einer Entfernung von 20-50 cm platzieren und einfach mit einer integrierten App aufnehmen. Das habe ich schon öfters gemacht und in vielen Fällen hört den Unterschied niemand.

Ansteckmikrofon

Ansteckmikrofon - Tipps für bessere Tonaufnahmen tutorial Filmen lernen08.33.40

Das ist meine Wunderwaffe. Ein Antsteck- oder Lavaliermikrofon. Diese sind deutlich weniger anfällig gegen alle Nebengeräusche, die man sich so vorstellen kann. Natürlich ist es nicht damit getan einfach ein Ansteckmikrofon zu kaufen, doch sie funktionieren in vielen Situationen deutlich besser.

Wer nicht möchte, dass man das Mikrofon auf dem Bild sehen kann, der versteckt es einfach mit Klebeband unter der Kleidung.

Dieses Mikrofon verwende ich -> Røde Smartlav+*: https://bit.ly/2ZaWxFg

Pegel

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Der Pegel ist die wichtigste Einstellung an deinem Mikrofon. Es gibt einige, die es dir anbieten, diesen automatisch einzustellen. Davon würde ich eher abraten. Das sorgt in den meisten Fällen dafür, dass stille Bereiche viel zu laut sind und es etwas dauert bis sich das Mikrofon, an das Gesprochene wieder angepasst hat. Stellt das Mikrofon lieber selbst ein und achtet darauf, dass das lauteste, was du aufnimmst, nicht über -6 db kommt.

Ist es zu laut, sorgt es nur dafür, dass der Ton abgeschnitten wird und sehr eigenartig klingt (als würde man in ein Telefon schreien), ist der Ton zu leise, versteht man dich entweder nicht, oder du hast beim lauter machen in der Nachbearbeitung ebenfalls viele Nebengeräusche und das Eigenrauschen des Mikrofons verstärkt.

Wind und Popschutz

Es gibt Nebengeräusche, gegen die wir uns schützen können. Beispielsweise haben wir Outdoor oft das Problem, dass wir natürlich wind haben, der Geräusche erzeugt, wenn er auf das Mikrofon trifft.

Hier hilft ein Windscreen. Dieser wird einfach über das Mikrofon gestülpt und hält lästige Windgeräusche auf der Tonaufnahme raus. Wenn es jetzt an starken Wind geht, haben wir natürlich auch noch eine Dead-Cat. Dieser Windschutz sollte nicht immer auf dem Mikrofon sein, sondern nur wenn es wirklich notwendig ist (bei starkem Wind zum Beispiel).

Wenn wir jetzt in Innenräumen aufnehmen und dabei auch noch Studiomikrofone verwenden, gibt es eine weitere Quelle für etwas Windähnliches. Der Sprecher. Denn auch dieser kann bei P-, T- & K-Lauten mit einem Luftstoß das Mikrofon übersteuern.

Das kann man recht einfach mit einem Pop-Schutz entfernen. Dieser sollte etwas 3-5 cm vom vor dem Mikrofon montiert werden.

Backup

Kommen wir mal zu einer Geschichte, die mir bei einem Kundenauftrag passiert ist. Ich habe einen Image-Film gedreht und während der Aufnahme ist der Stecker des Ansteckmikrofons aus dem Aufnahmegerät gerutscht. Die Aufnahme war leider nicht mehr brauchbar und ich habe es erst gemerkt, als ich das Video geschnitten habe. Glücklicherweise hatte ich ein Back-up. Auf meiner Hauptkamera saß noch ein Richtmikrofon.

Das empfehle ich dir auch für deine Aufnahmen. Wenn du ein zweites Mikrofon zur Verfügung hast, nimm eine zweite Tonspur mit. Einfach auf Nummer sicher gehen 🙂

Ton mithören

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Hätte ich das gleich gemacht, wäre mir der Fehler aus dem letzten Punkt nicht passiert. Besorge dir Kopfhörer (am besten Over-Ear) und höre dir deinen Ton genau an. Am besten vor der eigentlichen Aufnahme (zum korrekten Pegeln) während der Aufnahme (um Nebengeräusche zu erkennen) und natürlich danach um es noch einmal zu überprüfen. So kannst du Aufnahme wiederholen und hast deutlich weniger Stress.

Tonbearbeitung

Bei der Tonbearbeitung habe ich mich auf ein paar einfach Dinge limitiert. Es ist auch nicht notwendig eine gute Tonaufnahme stark zu bearbeiten und ist sogar kontraproduktiv.

Tonbearbeitung in DaVinci Resolve

In DaVinci Resolve kann man im Fairlight ein paar einfach Einstellungen setzen, um den Ton gleich besser klingen zu lassen.

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Equalizer DaVinci Resolve

Hierzu gehe ich her und passe den Pegel so an, dass er zwischen -18db und -6db liegt. Nach der Lautstärke kommt der Equalizer. Dieser kann den Ton in bestimmten Frequenzbereichen verstärken oder abmildern. Bei einer Sprachaufnahme setze ich den Low-Pass Filter, da sich hier meist nur Nebengeräusche befinden, und verstärke den Bereich um die 2000 Hertz.

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Komprimierung Davinci Resolve

Zu guter Letzt müssen wir noch darauf achten, dass der Ton bei zu laut werden kann. Das funktioniert mit dem Kompressor/Limiter sehr gut. Dieser steht bei mir auf -7db, sodass alles was lauter ist, automatisch etwas leiser gedreht wird.

Tonbearbeitung in Adobe Premiere

Das Prinzip ist hier das gleiche wie in DaVinci Resolve mit dem Unterschied, dass die Werkzüge etwas anders heißen.

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„Dynamik“ in Premiere

Mit dem Filter Dynamik können wir zu leise Bereiche etwas anheben. Hierzu das Preset „bedingte Komprimierung“ wählen und anschließend das Verstärken so lange anheben, bis auch hier der Pegel zwischen -18db und -6db liegt. Sollte es an manchen stellen noch zu laut sein einfach den Begrenzer aktivieren. Dieser steht bei mir oft auf ca. -2db.

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Equalizer Premiere

Zu guter Letzt passen wir noch den Equalizer an und verstärken wieder die gleichen Bereiche wie bei DaVinci Resolve und wir sind fertig.
Das war es für heute mit meinen Tipps für bessere Tonaufnahmen.

Wenn du jetzt noch mehr zum Thema Ton & Video lernen möchtest, solltest du dir unbedingt meinen kostenlosen Kurs Video 1×1 Basic anschauen. Hier lernst du alle wichtigen Grundalgen zum Filmen und zum Aufnehmen von Ton.

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag und wir sehen uns im nächsten Video wieder.

Gruß

Matthias

5 Kommentare zu "9 Tipps für bessere Tonaufnahmen"

  1. Dieter Seitz

    Schön ausführlich, da war auf jeden Fall was dabei, um zu helfen. Danke dafür.

    • realTelSav

      in dem Moment ;-)

      • Phips

        Super professionelles Video! Mein nächstes Video wird auch das Thema Sound und Geräusche behandeln daher hilft dieses Video total :)

        • LutarGaming

          wirklich gut!

          • Tim R.

            Sehr gute Tipps danke dir. ;)

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