Die Belichtungszeit in der Fotografie

Die Belichtungszeit oder auch die Verschlusszeit definiert wie lange der Verschluss der Kamera geöffnet bleibt. Dies hat mehrere Einflüsse auf unser Bild, wie die Helligkeit und die Bewegungsunschärfe.

Grundlagen der Belichtungszeit

Die Belichtungszeit definiert wie lange Licht in die Kamera fällt. Dies passiert entweder durch einen mechanischen Verschluss, der beim Auslösen den Bildsensor freigibt, oder wird elektronisch simuliert. Das ist abhängig vom Typ der Kamera.

Du kannst als Fotograf die Belichtungszeit kontrollieren und dies, sowohl einsetzen um ein Foto korrekt zu belichten, als auch um kreative Effekte in den Bildern zu erzeugen. Jenachdem, ob du lange oder kurz belichtest.

Die Belichtungszeit wird normalerweise in Bruchteilen von Sekunden angegeben (Bsp.: 1/125) oder auch in ganzen Sekunden (2″ für zwei Sekunden), wenn dies notwendig ist. Doch wann sprechen wir von einer kurzen und wann von einer langen Belichtungszeit?

Normale Kameras können zwischen 30 Sekunden und einer 1/4000 Sekunde belichten. Sollte deine Kamera das nicht können, keine Sorge. Das sind Extremwerte die selten Anwendung finden. Orientieren kannst du dich an einem Wert aus der Filmindustrie. Diese verwenden eine 1/48 Sekunde zum Belichten der einzelnen Bilder eines Films. Auf die Fotografie übertragen ist das ein normalerer Richtwert. Er ist nicht sonderlich schnell, aber auch nicht sehr langsam. Diese Belichtungszeit sorgt dafür, dass man zwar Bewegungsunschärfe wahrnehmen kann, also Bewegung im Bild verschwommen sein kann, unbewegtes jedoch meist eingefroren ist.

Einfluss auf das Bild

Helligkeit

Die Belichtungszeit hat zwei Einflüsse auf das Bild. Zum einen kontrolliert sie die Helligkeit.
Das bedeutet, dass man mit einer langen Belichtungszeit viel Licht in die Kamera fallen lässt und das Bild heller wird. Bei einer kurzen fällt weniger Licht in die Kamera und das Bild wird dunkel.
Meist bekommen Anfänger hiervon recht wenig mit, da die Zeit nur einer von drei Werten ist, welche die Helligkeit eines Fotos kontrollieren. Man kann es jedoch auch umdrehen. Möchte ich eine kurze Belichtungszeit brauche ich viel Licht. Wenn ich lange Belichten möchte ist das bei viel Licht oft nicht möglich. Es fällt zu viel Licht in die Kamera und das Bild wäre zu Hell.

Bewegungsunschärfe

Jeder hat bestimmt schon mal ein Bild verwackelt. Das ist Bewegungsunschärfe. Diese entsteht, wenn sich etwas für die aktuell eingestellte Belichtungszeit zu schnell bewegt. Das kann sowohl unser Motiv sein, als auch die Kamera an sich. Die Bewegungsunschärfe ist Abhängig von der Geschwindigkeit unseres Motives. Jeder Mensch bewegt sich. Man kann gar nicht zu 100% stillsitzen. Doch diese Bewegungen sind nicht so schnell wie ein Auto, ein Tier oder ein Vogel. Wir müssen unsere Einstellung anpassen um mit unserem Motiv mithalten zu können.

Schnelle Belichtungszeit

Wenn wir schnell belichten wollen sprechen wir von Belichtungszeiten über 1/60 Sek. Meistens eine 1/200, eine 1/1000 oder sogar noch kürzer. Diese kurze Zeit ist notwendig um entweder zu viel Licht zu kompensieren (wenn es sehr hell draußen ist) oder ein schnelles Motiv einzufrieren. Wenn wir eine schnelle Bewegung, die wir sogar mit dem menschlichen Auge nicht wirklich wahrnehmen können auf ein Foto bannen, sprechen wir von einfrieren. Es sieht aus als würde die Zeit still stehen und ein ganz kurzer Moment wurde auf ein Foto gebannt. Hierzu benötigen wir eine sehr kurze Belichtungszeit und müssen diese der Geschwindigkeit unseres Motives anpassen. Je schneller sich das Motiv bewegt umso schneller müssen wir Belichten.

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Lange Belichtungszeit

Eine lange Belichtungszeit ist ein toller Weg um kreativ zu werden, doch Vorsicht. Es ist nicht einfach damit getan lange zu belichten. Wir gibt es einiges zu beachten.

Von einer langen Belichtungszeit sprechen wir normalerweise, wenn wir länger als 1/50 Sekunden belichten. Das sind normalerweise Werte im Sekundenbereich also eine halbe, eine ganze oder auch mehrere Sekunden.

 

Verwende ein Stativ

Durch den Einsatz eines Statives vermeiden wir das Verwackeln. Du kannst so die Bewegungsunschärfe die von deiner Hand und der Bewegung der Kamera ausgeht vermindern oder komplett vermeiden. Hierfür gibt es eine Faustformel ab wann man ein Stativ verwenden sollte.

Brennweite /1 = mind. Belichtungszeit

Deine Brennweite ist hierfür Ausschlaggebend. Man kann es in etwa vergleichen mit einem Fernglas. Ein Fernglas ohne Stativ ruhig zu halten fällt oft schwer und so ist es auch in der Fotografie. Je weiter dein Objektiv im Teilbereich ist, umso eher verwackelst du dein Bild. Der Merksatz lässt sich jetzt auf die unterschiedlichen Brennweiten übertragen.

Beispielsweise:

  • 30mm = 1/30 Sek. oder schneller
  • 50mm = 1/50 Sek. oder schneller
  • 200mm = 1/200 Sek. oder schneller

Neben dem Stativ kannst du diesen Wert auch weiter ausreizen durch die korrekte Haltung deiner Kamera oder der Verwendung eines Bildstabilisators.

Der Effekt der langen Belichtung

Eine lange Belichtungszeit sorgt jetzt dafür, dass wir zuerst einmal mehr Licht zur Verfügung haben, also Beispielsweise bei Nacht fotografieren könnten. Auf der anderen Seite sorgt er natürlich für Bewegungsunschärfe, die wir gekonnt einsetzen können um Elemente unseres Bildes verschwommen darzustellen oder sogar verschwinden zu lassen. Denn alles was in der Zeit passiert, in der unser Verschluss offen ist, wird auch auf dem Bildsensor festgehalten.

Belichtungszeit einstellen

Die Belichtungszeit kannst du an deiner Kamera mit zwei Möglichkeiten einstellen. Zum einen gibt es den manuellen Modus. Dieser ist für Fotografie-Anfänger recht anspruchsvoll, da alle Werte manuell eingestellt werden müssen und er natürlich keine Fehler verzeiht. Die zweite Möglichkeit ist der Modus Av bzw. S. Mit diesem kannst du die Belichtungszeit einstellen und deine Kamera kümmert sich um die anderen Werte, wie Blende und ISO. Du kannst dich erst einmal auf einen Wert konzentrieren und dann auf die weiteren Einstellungsmöglichkeiten eingehen.

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