6 Fehler und Mythen der Bildbearbeitung

Hallo zusammen,

heute gibt es für euch ein Video zu den Fehlern und Mythen der Bildbearbeitung. Hier gibt es einiges, dass ich immer wieder sehe und höre und ich denke, dieser Beitrag wird deinen Horizont erweitern und ich auf neuen Gedanken bringe.

Bitte nehmt nicht jedes Wort für bare Münze, manches ist auch Situationsbezogen. Jeder sollte sich hiervon sein eigens Bild machen und es auf die eigene Fotografie anwenden.

keine Bildbearbeitung

Die Bildbearbeitung ist ein Teil des Prozesses. Bereits seit analogen Zeiten werden Bilder bearbeitet. Es mag manche geben, die der Meinung sind, dass die Fotos perfekt aus der Kamera kommen. Das mag manchmal stimmen und es ist auch möglich ein Foto perfekt zu fotografieren. Warum sollte man das machen? Die Möglichkeiten der Bildbearbeitung sind vorhanden, warum sollte man sie also nicht auch nutzen? Ich fotografiere manchmal speziell für die Bildbearbeitung. Beispielsweise lässt sich ein Foto, dass zu dunkel fotografiert wurde ganz einfach in der Bildbearbeitung aufhellen und man bekommt mehr Dynamik ohne, dass die hellen Bereiche zu hell werden.

zu viel Bildbearbeitung

Das ist jetzt das krasse Gegenteil. Du kannst in deinen Fotos sehr viel machen und es gibt unendlich viele Techniken für die unterschiedlichsten Verbesserungen und Effekte. Doch überlege mal, ob du das wirklich brauchst. Ich habe früher auch viele Bilder über Stunden hinweg retuschiert und bearbeitet und niemanden hat diesen Aufwand gesehen.

Glaubst du jemand interessiert sich dafür wie lange du ein Bild bearbeitest? Das Ergebnis zählt!

Diesen Glaubenssatz verfolge ich heute. Ja es gibt Fotos, die eine aufwändigere Bearbeitung benötigen, doch wenn man die Fotografie und die Bildbearbeitung in Einklang gebracht hat, kann man diesen Prozess extrem Beschleunigen. Es ist nicht notwendig stundenlang an einer Bildbearbeitung zu sitzen. Meistens sehen deine Kunden oder Follower das sowieso nicht. (oder bezahlen 400€ für eine Bildretusche)

brauche ich eine RAW-Datei?

Brauchen? Nein! Ist es von Vorteil eine zu haben? Auf jeden Fall! Eine RAW-Datei enthält deutlich mehr informationen, die für die Bildbearbeitung von Vorteil sind. Sie sind aber nicht notwendig. Du kannst auch ein JPG-Foto bearbeiten und hier echt viele Informationen rausholen. Schau dir einfach mal das folgende Beispiel an. Das rauscht zwar etwas und eine RAW-Datei sähe besser aus, aber es ist auf jeden Fall möglich!

JPG Dateien bearbeiten - fehler und mythen der Bildbearbeitung tutorial fotografieren lernen-jpg-vorher

JPG vor der Bearbeitung

JPG Dateien bearbeiten - fehler und mythen der Bildbearbeitung tutorial fotografieren lernen-JPG-nachher

JPG nach der Bearbeitung

Presets

Wir kommen zu dem nächsten Fehler, den ich leider immer wieder sehe. Viele hatten Presets (oder LUTs) für die ultimative Bildbearbeitung. Einfach Preset drauf und fertig.

Du hast Equipment für mehrere tausend Euro und bearbeitest deine Fotos mit einem 1-Klick-Preset?

Das kann es doch auch nicht sein. Ja manchmal muss es schnell gehen oder man möchte es sich einfach machen. Ich selbst verwende und verkaufe sogar Presets. Diese sollen jedoch nur als Richtlinien dienen. Als Idee was man mit einem Bild machen könnte. Du sollst eine Vorstellung bekommen was mit dem Foto alles möglich ist und wie es funktioniert. Auch Presets müssen auf jedes Foto individuell angepasst werden. Sie sollten kein 1-Klick-Lösung darstellen.

Über-Bearbeiten

Ein Fehler, den ich oft bei Anfängern sehe und bei dem ich mich selbst schuldig bekennen muss. Es wir bei Fotos einfach zu viel gemacht. Ich meine nicht was den Zeitaufwand angeht, ich meine die Bearbeitung an sich. Zu viel Sättigung, Dynamik, Struktur, Schärfe oder Retusche. Ja jeder hat seinen eigenen Stil, doch ich möchte euch einmal zeigen, was meine größten Sünden waren. Vielleicht denkt ihr dann anders hierüber.

Zuschneiden

Dein Foto hat doch bestimmt 16 Megapixel, oder? Bei vielen sogar noch mehr. Es gibt Kameras, sogar im Consumer-Bereich, mit 50 Megapixel. Warum nutzen wir diese also nicht? Ein Foto zuzuschneiden ist nichts Verwerfliches und es gibt oft ein ganz anders wirken. Es ist auch kein Problem hier sehr viel wegzuschneiden. Nehmen wir das folgende Foto mal als Beispiel. Es wurde mit 22 Megapixel fotografiert und dann extrem zugeschnitten.fotos zuschneiden auflösung - fehler und mythen der Bildbearbeitung tutorial fotografieren lernen-MK3_1300-2

fotos zuschneiden auflösung - fehler und mythen der Bildbearbeitung tutorial fotografieren lernen-MK3_1300

Doch auch in dieser kleinen Form hat das Foto immer noch 5,2 Megapixel. Das ist für jede Online-Plattform mehr als ausreichen und man könnte es sogar auch DIN A3 Drucken. Verwendet also den Zuschnitt und schneidet sinnfreien Bereiche in euren Bildern einfach weg. Keine Sorge ihr habt mehr als genug Spielraum.

Bonustipp: Ich lasse bei meinen Motiven gerne etwas Platz am Rand, um später den Zuschnitt genau zu kontrollieren 😉

Das war’s für heute. Toll das du wieder mit dabei warst. Schreibe gerne in die Kommentare, was du von diesem Beitrag hältst und wir sehen uns im nächsten Video 🙂

Gruß

Matthias

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10 Kommentare zu "6 Fehler und Mythen der Bildbearbeitung"

  1. Falk R.

    Aus der Pizza ein Model? Wer glaubt denn so einen Müll? ;-) ..bei den Presets stimme ich dir zu 100% zu, Presets sind kein Allheilmittel, sie sind mehr Geschäftsmodell der Youtuber.

    • Matthias Butz

      Prests sind nichts schlechtes, sie werden nur oft falsch angewandt... Ja ich weiß auch dass das ein Fake von CollageHumor war... Doch ich weiß was in Photoshop alles möglich ist... Ich denke sogar das...
  2. Akigrafie Live

    Schönes Video! Was ich zum Thema Zuschnitt der Bilder noch bemerken würde: gleich bei der Fotografie "zuschneiden"! Sobald ich schon anfange im Sucher mein Bild zu gestalten, mache ich aktive Bildgestaltung und schule mein Auge. Die Teile, die ich später in Photoshop wieder weg schneide kann ich mir in der Fotografie schon sparen. Wie du ja schon gesagt hast zu Beginn: in der Fotografie bereits schon drauf achten was man tut.

    • Nastasja W

      Ich hab erst gestern ein Foto gesehen auf dem das Model ein Haargummi am Handgelenk hatte. Da dachte ich mir dann auch dass man das hätte weglassen können. Und jetzt redest du in dem Video davon :D

      • Matthias Butz

        Man merkt es erst, wenn man das Problem selbst mal hatte ;)
    • Mladen Files

      Hallo Matthias,ich finde das echt beeindruckend,wie gut du dem Zuschauer deine Erklärungen und Beispiele vermittelst. Mach einfach so weiter....echt Klasse!.....😊👌

      • Matthias Butz

        Vielen Dank 😊
    • Dieter Seitz

      Zu viel ist auch mein Fehler, aber spätestens nach einem größeren Urlaub (2019 Spanien-Portugal 2 Monate per Motorrad) mit 4000 Bildern kommt von auch selber drauf ... 😉

      • Matthias Butz

        Das klingt echt toll :) Ich bin aus meinem ersten Italien Urlaub als Hobbyfotograf auch mit 10.000 jpgs heim gekommen 😂
    • Fuertesan

      Du bist echt der erste, der keine "Angst " vor Jpg`s Bearbeitung und Bilder zuschneiden hat... Was die meisten sabbern, ist "man verliert Informationen, wenn man Bilder zuschneidet " ... Ich kann das echt nicht mehr hören 🤢😫🧛‍♂️ Alle Daumen nach oben für den Beitrag 👍

      • Zollner Max

        Tolles Video echt mal praxisnah gedacht hat mir weiter geholfen danke Matthias.

        • Tizian100

          Ein wunderbares Thema. Ich habe mich mal hingesetzt und meine Bilder angeschaut. Ja ... es sind welche dabei, die sogar gut geworden sind (unbearbeitet). ABER. Ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich Fotos mache, die ich nicht lange nachbearbeiten muss. WARUM? ... nun, es gibt ja tolle Kameras, die bis zu 30 Bilder die sec machen können (Sportfotografie). Und dann denke ich daran, dass ich jedes Bild anschaue, die Besten raussuche und jedes nochmal etwa 30 Minuten nachbearbeite. .... örx ... nenene ... dann lieber gleich ein vernünftiges Foto machen. Ok. Manchmal lassen die äußeren Umstände kein gutes Foto auf Anhieb zu. Manchmal habe ich einen schlechten Tag und guck schief oder stelle die Kam nicht sauber ein. Passiert alles. Dann muss ich mich halt hinsetzen, wenn ich das Foto unbedingt haben möchte und dran arbeiten. Aber ich möchte Nachbearbeitung wirklich auf ein Minimum reduzieren und die eingesparte Zeit mit fotografieren verbringen. (Stunden???..^^)

          • Moinsen

            Ich bearbeite oft zu viel, könnt ja mal bei Insta vorbei schauen @lars.butz ( und ja, ich heiße auch Butz mit Nachnamen )

            • Andreas Blomeyer

              Sehr schönes Video. Mittlerweile unterscheide ich zwischen Entwicklung und Bearbeitung. In meiner Anfangszeit habe ich mich bewusst gegen Bearbeitung entschieden um erst mal die Möglichkeiten meiner Kamera zu lernen. Um den richtigen Umgang mit Blende, Verschlusszeit und ISO zu lernen. Jetzt fotografiere in Raw und jpg. Meine Meinung dazu ist ein Raw muss ich bearbeiten, ein jpg kann ich nachbearbeiten.

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